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Veganuary 2026 – die richtige Kommunikation macht’s!

  • Autorenbild: helloveganelite
    helloveganelite
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn es eine Aktion gibt, die den Veganismus Jahr für Jahr so richtig positiv in Szene setzt, dann ist es der Veganuary.


Ich freue mich jedes Jahr darüber, wenn Menschen den veganen Lebensstil zumindest für eine gewisse Zeit ausprobieren und oft recht überrascht feststellen: „So schwer ist das ja gar nicht!“


Genau – so schwer ist es tatsächlich nicht.


Denn ganz im Gegenteil: Vegan leben kann ziemlich viel Spaß machen. Und interessanterweise ist es tatsächlich so, dass man durch eine rein pflanzliche Ernährung in der Regel eine Hülle und Fülle an Lebensmitteln kennenlernt, die sonst komplett unter dem Radar geblieben wäre.


Hätte ich mich beispielsweise ohne meine vegane Lebensweise getraut, in eine Pastinake zu beißen? Oder zu probieren, ob rote Bete tatsächlich besser schmeckt, als sie aussieht?


Kurz gesagt: Man wird (zumindest allem Pflanzlichen gegenüber) ziemlich offen – und das ist gut so.



Eat the rainbow“, wie es in den Social-Health-Channels immer so schön heißt.


So weit, so gut. Wenn es allerdings um die Kommunikation im Rahmen des Veganuary geht, wird es durchaus etwas komplexer …


Warum Sprache im Veganuary eine größere Rolle spielt, als viele denken


Denn während der Veganuary für viele Menschen ein spielerischer Einstieg in die pflanzliche Ernährung ist, entscheidet die begleitende Kommunikation darüber, wie dieser Einstieg erlebt wird: als kleines Abenteuer  – oder als mühselige Anstrengung?


Viele Texte, Kampagnen oder Produktbeschreibungen sind gut gemeint, stolpern aber über ihre eigene Wortwahl. Nicht, weil sie inhaltlich falsch wären, sondern weil Sprache Bilder erzeugt, die ungewollt abschrecken.


Gerade im Veganuary, wenn Menschen neugierig, aber auch vorsichtig sind, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Begriffe verwenden wir eigentlich – und was lösen sie aus?



„Ersatz“ und „Verzicht“ – kleine Worte, große Wirkung


Zwei Wörter tauchen im veganen Kontext immer wieder auf:

  • Ersatz

  • Verzicht


Sachlich betrachtet sind sie korrekt. Emotional betrachtet sind sie schwierig.

„Ersatz“ klingt nach Notlösung. Nach etwas, das man nimmt, weil das Eigentliche fehlt.„Verzicht“ klingt nach Disziplin, nach Durchhalten, nach "wann ist das endlich wieder vorbei?"


Dabei zeigt die Realität vieler Veganuary-Teilnehmer:innen genau das Gegenteil: Es geht nicht um weniger, sondern um mehr. Mehr Farben, mehr Aromen, mehr neue Ideen auf dem Teller.

Sprache wie„pflanzliche Alternative“,„neu gedacht“ oder„pflanzliche Vielfalt“erzählt eine andere Geschichte – eine, die neugierig macht, statt abzuschrecken.



Framing: Wie Worte darüber entscheiden, ob man dabeibleibt


Ob wir wollen oder nicht: Sprache rahmt unsere Wahrnehmung. In der Kommunikationswissenschaft spricht man hier von Framing.


Ein einfaches Beispiel:

  • „Vegan leben heißt, auf viele Dinge zu verzichten.“

  • „Vegan leben eröffnet neue Möglichkeiten beim Kochen und Essen.“


Beide Aussagen beschreiben denselben Lebensstil. Aber sie fühlen sich komplett unterschiedlich an.


Gerade im Veganuary kann dieses Framing den Unterschied machen zwischen:„Ich probiere das mal kurz“ und„Ich bleibe dran.“


Gute Kommunikation lädt ein und erklärt, ohne zu belehren. Und sie nimmt Unsicherheiten ernst, ohne sie jedoch dabei zu verstärken.


Veganuary ist international – Sprache aber nicht automatisch


Der Veganuary ist (hoffentlich bekanntermaßen) kein rein deutsches Phänomen. Brands, Organisationen und Initiativen kommunizieren international – und genau hier wird Sprache besonders spannend.


Denn ein Begriff, der im Englischen locker und modern klingt, kann im Deutschen technisch wirken. Oder in einer anderen Sprache erklärungsbedürftig sein.


Hier reicht eine einfache Übersetzung nicht aus. Was es braucht, ist Lokalisierung: ein Verständnis dafür, wie Sprache im jeweiligen kulturellen Kontext wirkt. Welche Begriffe vertraut sind, welche erklärend wirken – und welche vielleicht sogar falsche Assoziationen wecken.



Gerade für nachhaltige Marken mit internationalem Anspruch ist das ein entscheidender Punkt. Gute Veganuary-Kommunikation funktioniert nicht überall gleich – sie muss angepasst werden.


Do you speak vegan?


Der Veganuary zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie offen viele Menschen für Veränderung sind. Ob daraus ein kurzer Versuch oder eine langfristige Umstellung wird, hängt von vielen Faktoren ab. Sprache ist einer davon.


Sie entscheidet darüber, ob pflanzliche Ernährung als Einladung wahrgenommen wird – oder als Einschränkung. Ob Marken glaubwürdig wirken – oder austauschbar. Und ob Menschen sich angesprochen fühlen – oder innerlich auf Abstand gehen.


Oder anders gesagt: Wenn Veganismus Spaß macht, bunt ist und neugierig macht, dann darf – und sollte – sich das auch in der Kommunikation widerspiegeln.

Denn manchmal ist es nicht das Produkt, das den Unterschied macht.


Sondern auch die Worte, mit denen wir sie beschreiben.

 
 
 

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